Druckereiglossar

Vollfläche – gleichmäßiger Hintergrund, mit einer Druckfarbe bei 100% Deckung aufgetragen. Ergebnis: eine homogene Farbfläche ohne Raster.

Rillen (Nutung) – buchbinderischer Prozess, bei dem Rillen in das Material, z. B. Papier oder Karton, eingepresst werden, um das spätere Falzen zu erleichtern. Die eingepresste Rille wird als Nut oder Rille bezeichnet.

Proof‑Zertifizierung – Prozess zur Überprüfung der Korrektheit eines Proofs. Dabei wird die Farbabweichung zwischen den auf den Kontrollstreifenfeldern des Proofs gemessenen Werten und den Sollwerten bestimmt. Die Sollwerte werden auf Grundlage des ICC‑Profils definiert, mit dem der Proof erstellt wurde.

Zertifizierter Proof – ein Proof mit beigefügten Messergebnissen der Farbabweichung ΔE. Dabei darf die Farbabweichung die in der Norm ISO 12647‑7 festgelegte Toleranzgrenze nicht überschreiten. Dem erstellten Proof wird ein Ugra/Fogra‑Kontrollstreifen v2.2a hinzugefügt. Nach dem Druck des Proofs erfolgt dessen Zertifizierung.

CMYK – Satz der vier Grundfarben von Druckfarben, die allgemein im Farbdruck in der Druckindustrie und in verwandten Verfahren verwendet werden. Dieser Farbensatz wird auch als Grundfarben, Prozessfarben oder Triadenfarben bezeichnet.
C - Cyan (Blaugrün)
M - Magenta (Purpurrot)
Y - Yellow (Gelb)
K - Schwarz (Black)

CTP – (Computer to Plate – direkt vom Computer auf die Platte) Verfahren zur direkten Belichtung von Druckformen (Offset‑ oder Flexoplatten) aus Postscript‑Dateien. Vorteil: maximale Präzision aller Parameter – sowohl hinsichtlich der Rasterpunkt‑Qualität (z. B. kein "Unterstrahlen" wie bei CtF, Reproduktion kleinerer Punkte) als auch bei der exakten Montage. Zudem Verkürzung des gesamten Prozesses der Druckformherstellung und deren Einrichtung.

DTP (Desktop Publishing) – Gesamtheit der Tätigkeiten zur Erstellung von Druckvorlagen am Computer, die anschließend mit polygrafischen Verfahren vervielfältigt werden.

DPI (Dots per Inch) – Anzahl der Punkte pro Zoll Länge. Diese Maßeinheit beschreibt den Grad der Detailwiedergabe von Bildformen in rechnergesteuerten Druck‑, Belichtungs‑ sowie Schneid‑ und Graviergeräten.

Falzen – einmaliges oder mehrfaches Falten eines Papierbogens, bedruckt oder unbedruckt, meist in der Mitte oder in anderen Proportionen und Richtungen, um das Endformat und die gewünschte Seitenanzahl zu erreichen. Beispiel: dreimaliges Falten eines Bogens in der Mitte ergibt eine 16‑seitige Falzlage. Jede Falzlinie des Bogens ist ein Falzbruch.

Laminieren (Kaschieren mit Folie) – Veredelungsverfahren, bei dem eine transparente Folie (Laminat) einseitig oder beidseitig auf die bedruckte Oberfläche aufgebracht wird. Durch Laminieren erhält die bedruckte Fläche zusätzliche optische Qualität und wird vor mechanischen, chemischen Einwirkungen, UV‑Strahlung und Feuchtigkeit geschützt.

Optische Dichte – dekadischer Logarithmus des Kehrwerts der Fähigkeit eines Materials, Licht zu durchlassen oder zu reflektieren. Parameter zur Bestimmung der Schwärzung (Deckung) auf Film, CTP‑Platte oder Druck. Die Messung erfolgt mit einem Densitometer auf einer vollflächig geschwärzten, rasterfreien Fläche. Je höher die optische Dichte, desto weniger Licht wird reflektiert oder durchgelassen.

Grammatur – Papiergewicht, angegeben in Gramm pro Quadratmeter (g/m²).

Kaschieren – Veredelung von Karton oder Wellpappe durch Aufkleben eines dünnen Papiers (bedruckt oder unbedruckt) zu dekorativen oder technischen Zwecken. Ein typisches Beispiel für dekoratives Kaschieren ist das Bekleben von Wellpappe mit dünnem, bedrucktem Papier für Verpackungen, die aufgrund ihrer Stärke und Struktur nicht direkt bedruckt werden können.

Sonderfarben – fertige Farben, verfügbar in einer großen Anzahl von Farbtönen. Am häufigsten verwendet wird das Pantone® Matching System (PMS). Auch Silber, Gold und andere Metallicfarben zählen zu den Sonderfarben.

Rasterfrequenz (Liniatur) – Anzahl der Rasterlinien pro Längeneinheit, transparent oder undurchsichtig, die in Rastern eingesetzt werden. Angegeben in Linien pro Zoll (seltener pro cm).

Druckdummy (Makette) – Entwurf des grafischen Layouts einer Publikation, erstellt als Vorlage für das spätere Falzen der einzelnen Druckseiten, dargestellt als Sammlung von Blättern im festgelegten Format oder als Computerausdruck von Satz und/oder Illustrationen.

Moiré‑Effekt – unerwünschtes Muster, das als regelmäßige Punkte oder Wellen erscheint, verursacht durch Überlagerung zweier oder mehrerer regelmäßiger Rasterstrukturen oder ähnlicher Muster (auch durch Überlagerung von Raster und Pixelraster).

Buchbinderische Verarbeitung – Form der Druckweiterverarbeitung, bei der Blätter (der Inhalt) dauerhaft mit dem Umschlag verbunden werden.

Bucheinband – Tätigkeit, die das Falzen der Druckbögen in ein festgelegtes Format, das Sammeln der Lagen (Komplettierung), das Heften, Schneiden sowie das Verbinden mit dem Umschlag umfasst.

Pagina – Zahl, die die Reihenfolge der Seite angibt.

Pantone – Farberkennungssystem, entwickelt von der Firma Pantone Inc. (USA). Farben werden mit einer Nummer (z. B. PMS 130) sowie zusätzlichen Merkmalen wie Fluoreszenz, Metallic‑Effekt usw. gekennzeichnet. Die Standardskala umfasst 1114 Farben. Diese entstehen durch das Mischen von 15 Pigmenten (einschließlich Weiß und Schwarz). Daher ist die Umrechnung in CMYK‑ und RGB‑Skalen nicht eindeutig. Diese Farben werden im Druck als Sonderfarben behandelt.

Passer – grafisches Element (kleines Markierungszeichen, meist in Form einer Kombination von Kreisen und zentriert darauf gesetzten Kreuzchen), das außerhalb des Nettoformats einer Publikation angebracht wird. Passer befinden sich auf jedem Farbauszug an derselben Stelle und in derselben Form. Sie dienen als "Fadenkreuz" im Farbdruck, um die genaue Passgenauigkeit der aufgetragenen Druckfarben sicherzustellen.

Im Einfarbendruck finden Passermarken keine Anwendung.

ICC‑Profil – digitale Datei, die die Farbcharakteristik eines "mit Farbe arbeitenden" Geräts (z. B. Drucker, Monitor, Scanner) beschreibt. Vereinfacht gesagt ist ein ICC‑Profil eine digitale Beschreibung, wie ein bestimmtes Gerät auf einem definierten Material eine konkrete Farbe reproduziert. Das Profil entspricht den Anforderungen der ICC‑Spezifikation (International Color Consortium).

Raster – ein einfarbiges Bild, das aus kleinen Punkten (oder in Sonderfällen Linien) besteht und beim Betrachten aus normalem Abstand den Eindruck von Halbtönen vermittelt, wenn die Punkte so klein sind, dass sie mit dem Hintergrund verschmelzen. Die Helligkeit der Halbtöne ergibt sich aus dem Verhältnis der bedruckten Rasterfläche (Rasterpunkte) zur unbedruckten, meist weißen Fläche des Bedruckstoffes.

RGB – eines der Farbmodelle, beschrieben durch die Koordinaten R (Rot), G (Grün) und B (Blau). Der Name leitet sich von den Anfangsbuchstaben der englischen Farbnamen ab: Red, Green, Blue. Dieses Modell basiert auf den Eigenschaften des menschlichen Auges, bei dem durch Mischung von drei Lichtstrahlen in den Farben Rot, Grün und Blau in definierten Anteilen jede beliebige Farbe erzeugt werden kann.

RIP (Raster Image Processor) – Software, Schaltkreis oder komplette Computerstation, die zur Umwandlung eines kontinuierlichen Bildes (mit Farben in vielen Helligkeitsstufen) in ein Rasterbild dient, bei dem das Verhältnis von Rasterpunkten zum Hintergrund den jeweiligen Tonwert wiedergibt. Rasterpunkte besitzen nur eine einzige Farbe – vollflächig, 100 %, und ihre Größe im Vergleich zum Hintergrund vermittelt den Eindruck unterschiedlicher Helligkeiten (Tonwerte).

Auflösung – Maß für die Bildqualität bzw. Fähigkeit zur Detailwiedergabe, z. B. bei optischen oder fotografischen Bildern, angegeben durch die Anzahl der Punkte (Pixel oder Linien) pro Längeneinheit.

Ritzen (Perforation ohne Durchtrennung) – Einschneiden der Oberfläche eines Papiererzeugnisses (meistens selbstklebende Folie oder selbstklebendes Papier), ohne das Trägermaterial vollständig zu durchtrennen.

Farbauszug (Farbseparation) – Aufteilung der farbigen Vorlage in einzelne Auszüge, die den drei Grundfarben Cyan, Magenta, Gelb und zusätzlich Schwarz im CMYK‑Drucksystem entsprechen. Beim Druck mit Sonderfarben kann die Anzahl der Auszüge variieren.

Beschnittzugabe (Anschnitt) – Bereich der Grafik, der über die Schnittkante des Nettoformats hinausragt. Der Anschnitt stellt sicher, dass das Druckbild bis an den Rand des Bogens reicht, nachdem dieser beschnitten wurde.

Stanzen – buchbinderische Tätigkeit, bei der aus einem Bogen (oder Bogenstapel) Papier, Karton, Pappe oder einem ähnlichen Material die gewünschte Form ausgestanzt wird, die nicht mit einem normalen Schneiden auf der Guillotine erzielt werden kann. Das Stanzen erfolgt mit Hilfe einer Stanzform.

Prägen:

a) Blindprägung – Veredelungsverfahren im Druck. Dabei wird durch Druck einer Matrize/Patrize auf das Material (meist Papier, Karton, Leder) ein dreidimensionales Muster geprägt, in der Regel zur Hervorhebung eines zuvor gedruckten Motivs (Schriftzug, Logo, Designelement).

b) Heißfolienprägung (Hot‑Stamping) – ein Veredelungsverfahren, ähnlich der Blindprägung, jedoch mit Einsatz farbiger Heißprägefolien und erhabener Matrizen aus wärmeleitendem Material.

Layout – gestaltete Anordnung der grafischen Elemente auf einem Druckbogen, Blatt, einer Seite oder einer anderen Form.

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